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Girls’ Day – Warum?

Die Hälfte der erwerbstätigen Mädchen und jungen Frauen findet sich in nur drei Dienstleistungsbranchen: Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Demgegenüber ist der Anteil der Berufseinsteigerinnen in Handwerk und Technik nach wie vor eher gering.

Sowohl in Österreich als auch in Deutschland sind Mädchen im technischen und handwerklichen Bereich unterrepräsentiert und schöpfen ihre beruflichen Möglichkeiten nicht voll aus. Den Betrieben wiederum fehlt gerade in technischen und techniknahen Bereichen zunehmend qualifizierter Nachwuchs.

Mädchen entscheiden sich immer noch häufig für „typisch weibliche“ Berufsfelder. Obwohl mehr als 200 verschiedene Lehrberufe zur Auswahl stehen, verteilt sich mehr als die Hälfte der weiblichen Lehrlinge auf nur drei Berufe: Einzelhandels- und Bürokauffrau sowie Friseurin & Perückenmacherin.

Mädchen haben vielfältige Talente! Häufig fehlt es ihnen nur an Information und Unterstützung, um aus dem gesamten Berufsspektrum zu schöpfen.

Die bestehende Teilung des Arbeitsmarktes ist nicht unbedingt auf eingeschränkte Interessengebiete von Mädchen und Frauen zurückzuführen, sondern unterschiedlichste gesellschaftliche und strukturelle Faktoren verengen das Berufswahlspektrum der Mädchen stark.

Im Rahmen einer vom AMS in Auftrag gegebenen Studie zum Thema „Berufsorientierung und Berufseinstieg von Mädchen in einem geteilten Arbeitsmarkt“ haben sich verschiedene Ansätze als für Mädchen sehr ansprechend herauskristallisiert. Dies sind vor allem solche, die das eigene Entdecken, Erleben von Fähigkeiten und Begabungen sowie den direkten Erfahrungsaustausch in den Vordergrund stellen, wie zB.:

  • Schnupperstellen und Schnupperpraktika
  • Exkursionen in Betriebe
  • „simulierte“ Tätigkeitserprobungen in Werkstätten
  • direkte Gespräche mit Frauen und Mädchen, die bereits in bestimmten Berufen arbeiten


Die Mädchen erfahren am Girls' Day nicht nur theoretisch – im Gespräch mit Expertinnen und Experten - von neuen Berufsmöglichkeiten, sondern haben auch die Chance, selbst aktiv zu werden:

Sie werden in den Arbeitsalltag eingebunden, dürfen viele Dinge ausprobieren und stärken so ihr Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Der EuRegio Girls' Day soll Mädchen Mut machen, sich in Hinblick auf ihre Berufswünsche breitere Ziele zu stecken und auch jenseits traditioneller Rollenbilder eigene Wege zu gehen.

Die Diskussion über Lebenskonzepte soll angeregt werden und die Auswirkungen von lebenslanger Berufstätigkeit im Gegensatz zu einer Berufsbiographie mit längeren Auszeiten thematisiert werden. Weiters ist die Sensibilisierung von Unternehmen für Berufswahlentscheidungen von Mädchen und Frauen abseits des Mainstream ein erklärtes Ziel des EuRegio Girls' Day.